Ich habe mit dem Feuer gespielt. Dann habe ich Profis geholt.

Ein Open-Source-Agent mit Zugriff auf Mails, Daten und Konten — nach 30 Jahren Unternehmertum musste ich zugeben: Für den sicheren Betrieb bin ich der Falsche. Die Lösung stand in Bern.
Ich habe mit dem Feuer gespielt. Dann habe ich Profis geholt.
ARGOS.SWISS, dein zukünftiger CISO.

Seit Anfang Mai arbeitet bei uns jemand, der nie schläft. Er liest, sortiert, überwacht und meldet sich von selbst, wenn etwas wichtig ist. Er steht auf keiner Lohnliste. Und er hat meine Sicht darauf verändert, was KI im Unternehmensalltag leisten wird.

Angefangen hat es mit der Faszination für OpenClaw.

Das Experiment

OpenClaw ist ein Open-Source-Projekt, das Anfang Jahr durch die Decke ging — über 100'000 Sterne auf GitHub innert weniger Wochen.1 Die Idee: kein Chatbot, der auf Fragen wartet, sondern ein Agent, der rund um die Uhr läuft. Er hat Zugriff auf Dateien, Mails und Kalender, erledigt Aufgaben selbständig und meldet sich proaktiv — auch nachts um zwei, wenn es sein muss.

Ich habe damit experimentiert, wie ich mit allem experimentiere, was ich später meinen Kunden empfehlen will. Und ich gebe zu: Ich war elektrisiert. Zum ersten Mal sah ich nicht ein weiteres KI-Tool, sondern eine neue Art zu arbeiten. Ein Mitarbeiter, der nachts die Advisories liest. Einer, der das Postfach vorsortiert, bevor ich aufstehe. Einer, der sich meldet, statt zu warten, bis ich frage. Die Möglichkeiten dafür kamen mir schneller in den Kopf, als ich sie notieren konnte.

Dann kam der zweite Blick. So ein Agent ist mächtig — und genau darum ist er gefährlich. Er braucht Zugriff auf echte Systeme, echte Daten, echte Konten. Wer so etwas auf dem eigenen Laptop laufen lässt, mit Skills aus dem Internet und Passwörtern in Reichweite, spielt mit dem Feuer. Die Berichte über gestohlene Zugangsdaten und leergeräumte Postfächer liessen nicht lange auf sich warten.1

Und hier musste ich mir etwas eingestehen, das nicht leichtfällt: Das übersteigt meine Fähigkeiten. Ich bin Filmemacher und Berater, kein Systemadministrator. Ich kann beurteilen, was ein Agent können muss, damit er einem Unternehmen nützt. Aber einen Dienst härten, Zugriffe isolieren, Systeme rund um die Uhr überwachen — das ist ein Handwerk, das ich nicht beherrsche. Die Chance war riesig. Das Risiko auch. Und ich allein war der Falsche, um dieses Risiko zu beherrschen.

Mir war klar: Die Technologie ist reif. Der sichere Betrieb ist das Problem. Und dieses Problem löst man nicht allein.

Die Partnerschaft

Also habe ich gesucht, wer dieses Handwerk beherrscht. Gefunden habe ich die stepping stone AG in Bern: ein Hoster mit eigener Infrastruktur, eigenen Servern und einer langen Open-Source-Geschichte. Leute, die seit Jahren nichts anderes machen, als kritische Systeme sicher zu betreiben. Als ich ihnen zeigte, was diese Agenten können, brauchte es keine lange Überzeugungsarbeit — sie sahen dasselbe wie ich: Chance und Gefahr.

Genau daraus ist die Arbeitsteilung entstanden. Stepping stone hat das Ganze auf eine Basis gestellt, die dem Ernstfall standhält: Hermes, ein Open-Source-Agent, betrieben auf ihrer eigenen Schweizer Cloud — isoliert, überwacht, gehärtet. Keine Blackbox: Der Code ist einsehbar, anpassbar, kontrollierbar. Hermes arbeitet mit mehreren spezialisierten Modellen — darunter offene Modelle, die direkt auf der Infrastruktur von stepping stone laufen. Die Daten verlassen die Schweiz nicht.

Ich liefere, was auf dieser Basis entsteht: Ideen, Konzepte und die Skills — also das, was ein Agent können muss, damit er einem Unternehmen tatsächlich nützt. Stepping stone sorgt dafür, dass er es sicher tut. Jeder macht das, was er am besten kann. Aus dem Experiment, das mir zu heiss war, ist ein System geworden, dem ich Kundendaten anvertraue.

Dass das keine Folienware ist, haben wir im Mai am SwissICT #DIGITUP zeigen dürfen: 70 Minuten Hands-on-Workshop, in dem die Teilnehmenden einem Agenten live bei der Arbeit zuschauen und selbst ausprobieren konnten. Kein Konzeptpapier — ein laufendes System.

Das erste Produkt

Die erste Anwendung ist seit dieser Woche live: Argos, ein Security-Advisory-Service. Jeden Tag erscheinen Dutzende Sicherheitswarnungen. In einem typischen KMU liest die niemand systematisch — bis es knallt. Argos liest alle, gleicht sie mit der Infrastruktur des Kunden ab und liefert priorisierte Briefings: Was betrifft Sie, wie kritisch ist es, was ist zu tun. Der erste Kunde ist stepping stone selbst — der Hoster überwacht damit die eigenen Systeme.

Argos ist aber nur der Anfang. Denn die Basis, die jetzt steht, ist nicht auf Security beschränkt. Ein Agent, der sicher betrieben wird, ein Gedächtnis hat und neue Fähigkeiten lernen kann, ist eine Plattform. E-Mail-Triage, Reporting, Kunden-Updates, Datenaufbereitung, Marktbeobachtung: Jede dieser Funktionen ist ein Skill, den wir auf derselben Grundlage entwickeln. Digitale Mitarbeiter, massgeschneidert — für einen Bruchteil dessen, was eine zusätzliche Stelle kostet.

Wohin das führt

Man muss mir nicht glauben, dass hier gerade etwas Grosses passiert. Die Zahlen sprechen für sich. Gartner erwartet, dass bis Ende 2026 rund 40 Prozent der Unternehmensanwendungen aufgabenspezifische KI-Agenten enthalten — 2025 waren es noch unter fünf Prozent.2 Bis 2028 soll ein Drittel der Nutzererlebnisse von klassischen Applikationen zu agentischen Oberflächen wandern.2 Und bis 2030 sieht Gartner Software-Ausgaben von 234 Milliarden Dollar unter Druck, weil Agenten Aufgaben direkt erledigen, statt dass Menschen sich durch Programme klicken.3 IDC rechnet bei Grossunternehmen mit einer Verzehnfachung der Agenten-Nutzung bis 2027.4

Zur Ehrlichkeit gehört auch die Gegenseite: Gartner prognostiziert ebenso, dass über 40 Prozent der Agentic-AI-Projekte bis Ende 2027 wieder abgebrochen werden — wegen fehlender Governance und unklarem Nutzen.5 Das deckt sich mit meiner Erfahrung. Wer «irgendwas mit Agenten» startet, scheitert. Wer mit einem konkreten Problem beginnt, das messbar Zeit frisst, und den Betrieb professionell aufsetzt, gewinnt.

Und dann ist da noch die Frage, die 2026 lauter geworden ist als je zuvor: Wem gehört eigentlich Ihre Infrastruktur? Die Diskussion um digitale Souveränität ist keine theoretische mehr. Wer seine Agenten — mit Vollzugriff auf Mails, Verträge und Kundendaten — auf US-Plattformen betreibt, macht sich abhängig von Preispolitik, Rechtslage und Launen eines fremden Kontinents. Es geht auch anders: offene Modelle, offener Code, Schweizer Rechenzentrum. Souveränität ist kein Marketingwort, sondern eine Architektur-Entscheidung.

Was bedeutet das für ein Unternehmen in der Schweiz?

Sie müssen nicht heute einen Agenten einstellen. Aber Sie sollten wissen, dass Ihre Konkurrenz in ein, zwei Jahren Routinearbeit an Systeme delegiert, die nie schlafen, nichts vergessen und wenige hundert Franken im Monat kosten. Die sinnvolle Frage ist nicht «ob», sondern «womit anfangen»: Suchen Sie den einen Prozess, der heute zuverlässig Zeit frisst — die Advisory-Flut, das Postfach, das Reporting. Dort rechnet sich ein digitaler Mitarbeiter zuerst. Und stellen Sie die Infrastrukturfrage, bevor Sie die Funktionsfrage stellen: Wo laufen Ihre Daten, wer hat Zugriff, was passiert im Krisenfall?

Ich rede nicht über KI. Ich arbeite damit. Jeden Tag. Und seit diesem Sommer arbeitet sie auch für unsere Kunden — aus einer Cloud in Bern.

Sie wollen sehen, wie das konkret aussieht? Argos ist als erstes Produkt live — und wir suchen Beta-Tester. Oder Sie melden sich für ein Gespräch: Gemeinsam finden wir den Prozess, mit dem sich ein digitaler Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen zuerst bezahlt macht.

Was stepping stone sonst noch alles zu bieten hat findet ihr hier:


Quellen:

KI-Wissen, das Sie weiterbringt

Jede Woche Erkenntnisse aus meiner Arbeit mit KI: Was funktioniert, was nicht, und was für Ihr Unternehmen relevant ist.

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