Wie ich ein Buch mit einer Maschine geschrieben habe – und warum Google es nicht verkaufen will
Ich habe ein Buch geschrieben. Es heisst «Der Untergang des Guten: Wie Macht und Chaos die digitale Welt erobern». Es handelt vom Abschied einer besseren Internet-Ära, von der Fragmentierung der Online-Welt und vom Aufstieg neuer digitaler Machtstrukturen.
Aber das ist nicht die Geschichte, die ich hier erzählen will.
Die Geschichte ist, wie dieses Buch entstanden ist. Denn die Produktionsmethode ist selbst ein Praxisbeispiel für genau die technologische Transformation, die im Buch kritisch analysiert wird.
Ein Workflow, der mitdenkt
Mein Ziel war klar: Ich wollte den Entstehungsprozess so weit wie möglich automatisieren – nicht weil ich faul bin, sondern weil ich wissen wollte, wie weit das heute geht. Und ehrlich: ziemlich weit.
Ich habe dafür einen n8n-Workflow aufgesetzt. Für alle, die n8n nicht kennen: Das ist ein Open-Source-Automatisierungstool, mit dem man verschiedene Dienste und KI-Modelle miteinander verbinden kann. Mein Workflow war kein simpler Textgenerator. Er übernahm die Recherche, strukturierte das Buch und schrieb die einzelnen Kapitel.
Der grösste technische Durchbruch war das kontextuelle Gedächtnis. Wer schon mal versucht hat, mit KI einen längeren Text zu schreiben, kennt das Problem: Nach ein paar Seiten vergisst das Modell, was vorher kam. Mein Workflow löste das, indem er beim Schreiben jedes neuen Kapitels das Wissen aus den vorherigen mitnahm. So entstand ein durchgängiger Bogen – von der Analyse des «Guten Internets» über die Politik der Plattformkontrolle bis hin zu konkreten Auswegen.
Im Impressum steht transparent, dass KI genutzt wurde. Keine Geheimniskrämerei. Das Ergebnis ist besser, als wenn ich alles allein geschrieben hätte – klarer strukturiert, breiter recherchiert, konsistenter im Ton.

Bilder auf Knopfdruck, Layout von Hand
Auch die Bildproduktion lief vollständig automatisiert. Cover, Kapitelillustrationen, alles im selben Workflow integriert. Prompt rein, Bild raus, nächstes Kapitel.
Nur eine Sache konnte die Maschine nicht: das finale Layout. Die letzte Meile – Seitenumbrüche, Abstände, Typografie – brauchte klassische Handarbeit. Das überrascht mich nicht. Es bestätigt, was ich meinen Kunden immer sage: KI erledigt 80 Prozent der Arbeit. Die letzten 20 Prozent sind der Unterschied zwischen «ganz okay» und «professionell». Und die bleiben beim Menschen.
Google sagt nein
Und dann passierte etwas, das man sich nicht besser hätte ausdenken können.
Ich habe das fertige E-Book beim Google Play Store eingereicht. Abgelehnt.
Die Ironie daran ist kaum zu überbieten. Das Buch beschreibt in Kapitel 4 genau dieses Phänomen: Grosse Technologieunternehmen kontrollieren als Gatekeeper die digitale Realität und bestimmen, welche Inhalte zugänglich sind. Es warnt vor einem System, in dem die Kontrolle über Informationen in den Händen weniger Konzerne liegt.
Und dann lehnt einer dieser Konzerne genau dieses Buch ab.
Man könnte sagen: beste Rezension, die ich bekommen konnte.
Die konsequente Entscheidung
Ich hätte versuchen können, die Ablehnung anzufechten. Stattdessen habe ich mich für den konsequenten Weg entschieden: Das Buch gibt es nur hier. Direkt auf meiner Seite. Ohne Mittelsmann, ohne App-Store, ohne Algorithmus, der entscheidet, ob mein Inhalt sichtbar sein darf.
Das ist genau das, was ich in Kapitel 9 des Buches fordere: Eigene Infrastruktur, eigene Gemeinschaft. Wer unabhängige Inhalte publizieren will, darf sich nicht auf die grossen Plattformen verlassen.
Dieses Buch ist der Beweis, dass man es anders machen kann – vom ersten Wort bis zum letzten Download.
Was Sie davon haben
«Der Untergang des Guten» ist kein Technik-Buch. Es ist eine Analyse der digitalen Gegenwart – geschrieben für Menschen, die verstehen wollen, warum sich das Internet so verändert hat und was das für uns alle bedeutet.
Und es ist ein Experiment: Kann ein Einzelunternehmer mit den richtigen Werkzeugen ein Buch produzieren, das inhaltlich und gestalterisch mit klassischen Verlagsprodukten mithält?
Ich glaube: ja. Und ich glaube, das verändert einiges.
«Der Untergang des Guten» ist ab sofort exklusiv hier verfügbar – als kostenloser Download für Newsletter-Abonnenten.
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